Wie politisch darf Kirche sein?

Klappkarte außen

Ein langes Pfingstwochenende liegt hinter uns und hoffentlich für alle eine
gute Zeit. Axel Richter hat das Wochenende mit einer Veranstaltung der
besonderen Art ausklingen lassen und gemeinsam mit Silvia Schmidt zu einer
pfingstlichen Runde mit Annäherungen an die Hoisbütteler Erklärung von 1988
geladen. Ein Experiment, wie er mir vorab erklärte.

Eben noch bei schönstem Sonnenschein mit meiner Familie und Eis im Garten,
erwartete mich im Haus am Schüberg eine andere Welt. Zur Begrüßung
inszenierte der Musiker Hans Schüttler den Klangraum, erst mit Tröte, dann
mit dem Flügel in der großen Kapelle. Die musikalische Inszenierung mit Müll
unter dem Flügel, einem Künstler, der diesen Müll durchwühlte, der mit
Quietsche-Entchen und Kinderpistolen Musik spielte, schaffte eine
unbeschreibliche Spannung im Raum. Eine erwartungsvolle Atmosphäre und eine
Einladung, von damals zu berichten. Frei, schonungslos und nahbar.

Durch die offene Gesprächsrunde moderierte der Politikwissenschaftler
Christoper Cohen. Die Hoisbütteler Erklärung war für einige der Gäste ein
Schicksal und veränderte ihr Leben nachhaltig. Von den ca. 30 anwesenden
Personen haben fünf die Erklärung vor 30 Jahren mit verantwortet. Kaum zu
glauben, dass die gute Absicht und Frage, wie leben wir mit unseren
christlichen Werten im Kapitalismus auch dazu führte, dass man plötzlich
nicht mehr von jedem gegrüßt wurde. Eine Erfahrung, über die berichtet wurde
und die bis heute anhält. Wie kritisch dürfen wir sein? Welche Fragen dürfen
wir offen stellen? Die Inhalte der Hoisbütteler Erklärung sind heute noch
genauso aktuell wie damals, obwohl sich seitdem so viel verändert hat und
diese Generation so viel Gutes bewegt hat.

 

Hoisbütteler_Erklärung_1
Hoisbütteler_Erklärung_2

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